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Biodiversitätsschutz nicht als „Greenwashing” missbrauchen
vom 14.02.2008

Berlin. Anlässlich der heute vom Bundesminister Sigmar Gabriel vorgestellten Unternehmensinitiative "Business & Biodiversity" erklärt Undine Kurth, Parlamentarische Geschäftführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

Wir begrüßen die Unternehmensinitiative "Business & Biodiversity", weil sie ein Schritt in die richtige Richtung ist. Auch die Wirtschaft muss ihren Beitrag leisten, den dramatischen Rückgang von Arten und Lebensräumen endlich zu stoppen.

Die als Selbstverpflichtung angelegte Initiative muss jedoch zu einer glaubwürdigen Neuausrichtung der Unternehmensziele der Beteiligten führen. So ist die HeidelbergCement AG, die mit zu den Erstunterzeichnern gehört, vor allem dadurch aufgefallen, in wertvollen Naturschutzgebieten Bodenschätze zu fördern und damit Lebensräume wertvoller Arten und Lebensräume zu zerstören. Aktuell beantragt die AG den Abbau von Kies im FFH-Gebiet "Nord-Rügische Boddenlandschaft", die zum Schutz der Lebensräume von Fischotter, Kraniche und Seeadler eingerichtet wurde.

Wir erwarten, dass das Unternehmen als einen ersten wichtigen Schritt seinen Genehmigungsantrag zurückzieht. Die Bundesregierung muss dafür Sorge tragen, dass aus der Unternehmensinitiative kein "Greenwashing" wird. Die Unternehmen sollten jährlich einen Bericht vorlegen, der kritisch überprüft werden kann. Die HeidelbergCement AG hat jetzt die Chance zu beweisen, dass Unternehmen bereit sind, ökologische Verantwortung zu übernehmen. Nur so lässt sich Vertrauen schaffen. Für Selbstverpflichtungen der Industrie gilt ja bisher, dass sie weitgehend nicht eingehalten werden.

( Pressemitteilung Nr. 00149/2008 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen )

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