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Gute Kitas statt Schule ab vier
vom 17.11.2003
Berlin. Zu den heute vorgestellten Studien vom Prognos-Institut und von Prof. Rürup erklärt Ekin Deligöz, Parlamentarische Geschäftsführerin sowie kinder- und familienpolitische Sprecherin:
Das heute veröffentlichte Gutachten "Nachhaltige Familienpolitik" von Prof. Bert Rürup zeigt mit Nachdruck, wie wichtig eine gute Infrastruktur bei Erziehung und Bildung ist. Aus vielen Gründen müssen wir genau hier ansetzen, um unsere Zukunfts- und Innovationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Unlängst hat ein Hamburger Gericht Eltern mit einer skandalösen Begründung einen Keta-Platz verweigert. Ob dieses Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hätte, erscheint fraglich. Dieses hat in den vergangen Jahren demonstriert, dass es auf der Höhe der Zeit ist und sich an den wirklichen Belangen von Kindern und Familien orientiert.
Die in der Prognos-Studie "Bildung neu denken" aufgestellte Forderung nach einer Einschulung von Kindern ab vier Jahren verklärt den Blick auf unsere Bildungsmisere. Tatsächlich gibt es etliche Ansatzpunkte, den Bildungsauftrag besser im gesamten vorschulischen Bereich zu verwirklichen. Kindergärten sollen auch zu Bildungsstätten werden - in Schulen müssen wir sie dazu nicht verwandeln.
Die Bundesregierung hat mit ihrer "Nationalen Qualitätsinitiative" zukunftsweisende Ergebnisse für den Bereich Betreuung und Bildung vorgelegt. Sie verdeutlichen, wie hochwertige pädagogische Qualität und Bildungsvermittlung in allen Kindertageseinrichtungen Einzug halten können. Notwendig sind besser ausgebildete Erzieherinnen, die Erstellung von Bildungs- und Erziehungsplänen, eine engere und systematische Verbindung zwischen Einrichtung und Familie, u.a.m.
Unter solchen Bedingungen werden Kinder optimal an Bildung herangeführt und können bestmöglich ihre kognitiven und sozialen Kompetenzen entwickeln. Nur wenn diese Elemente zusammenkommen, gelingt der Einstieg in starke Bildungsbiographien, die den Aufgaben eines lebenslangen Lernens gewachsen sind. Der richtige Ort dafür ist die Kita. Eine gewisse Reduzierung des Einschulalters ist zukünftig individuell denkbar, zur Regel sollte dies jedoch nicht werden. Oder man wollte aus den Grundschulen halbe Kitas machen - was gewiss nicht praktikabel wäre.
( Pressemitteilung Nr. 0725/2003 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen )
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