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Cattenom: Stellungnahme der Strahlenschutzkommission liegt vor
vom 15.10.2003
Berlin. Zu der kürzlich vorgelegten Stellungnahme der Strahlenschutzkommission zum Antrag auf Neuerteilung der Ableitungsgenehmigungen für das französische Atomkraftwerk Cattenom erklären Ulrike Höfken (Bitburg/Rheinland-Pfalz) und Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin:
Wir bewerten es als positiv, dass die Strahlenschutzkommission (SSK) eine unserer zentralen Forderungen aufgegriffen hat: die höheren Grenzwerte für Tritium mit einem Prüfauftrag zu versehen. Als besonders wichtig erachten wir die Aufforderung der SSK an die Betreiber von Cattenom, sich den Verpflichtungen aus den Euratom Grundnormen zu stellen und die Einleitung von Schadstoffen an die Umwelt nach dem Stand der Technik zu minimieren.
Trotzdem kann der jetzt vorgelegte Bericht der Strahlenschutzkommission die von uns geäußerten Bedenken über die Belastungen der Mosel durch die Ableitungen aus dem Atomkraftwerk Cattenom nicht entkräften. Erklärtes Ziel muss sein, dem empfindlichen Ökosystem Mosel keine zusätzlichen Belastungen aufzuerlegen und statt dessen langfristig alle Schadstoffeinträge weiter zu reduzieren.
Die Aussage der SSK, dass der Betrieb von Cattenom den allgemeinen Anforderungen der Strahlenschutzverordnung entspricht und die jetzt beantragten Jahresgrenzwerte für die Ableitungen mit dem Abwasser im Rahmen der deutschen Genehmigungswerte liegen, stellen keine Verbesserung der Gesamtbelastung der Mosel dar. Nach wie vor sind die tatsächlichen Ableitungen aus Cattenom derzeit höher als die deutscher Druckwasserreaktoren.
Es gibt keine Aussagen über die vermehrte Gefahr von Störfällen durch die Umrüstung. Ebenso ist die Problematik um den Giftstoff Hydrazin nicht geklärt. Der Bericht der SSK zeigt, dass noch viel zu tun ist, um die Belastungen durch das Atomkraftwerk zu minimieren. Wir fordern die Betreiber und alle Beteiligten in den Ländern und Behörden auf, den Forderungen der SSK nachzukommen und zudem die Hydrazinbelastung der Mosel durch entsprechende Rückhaltetechnik zu verringern.
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