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Klon-Konferenz: Öffentliche Debatte nicht verengen
vom 14.05.2003
Berlin. Zu der Eröffnung der Konferenz "Klonen in biomedizinischer Forschung
und Reproduktion" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) erklärt Christa Nickels, grüne Obfrau in der Enquete-Kommission
"Ethik und Recht der modernen Medizin":
Klonen und die verbrauchende Embryonenforschung sind Themen, die in
weiten Teilen der Gesellschaft, aber auch in Fachkreisen kontrovers
diskutiert werden. Die Vielfalt der Positionen sollte sich auch auf
der Klon-Tagung des BMBF widerspiegeln. Die Auswahl der
Wissenschaftler und Themen zeigt jedoch, dass das
Forschungsministerium den Befürwortern von verbrauchender
Embryonenforschung nahezu ausnahmslos das Feld überlässt. Darüber
hinaus sind gesellschaftspolitische Verbände und Gruppen überhaupt
nicht beteiligt.
Therapeutisches Klonen widerspricht nicht nur dem deutschen
Embryonenschutzgesetz. Es widerspricht auch dem ausdrücklichen Wunsch
des Parlaments, das erst vor wenigen Wochen einen Antrag verabschiedet
hat, in dem die Regierung aufgefordert wird, sich international für
ein umfassendes Verbot des Klonens von Embryonen einzusetzen. Parallel
zu dem Klon-Kongress werden auf europäischer Ebene im Rahmen der
Beratungen zur EU-Geweberichtlinie und zum 6. Forschungsrahmenprogramm
Fakten geschaffen, die geltendes deutsches Recht zu unterlaufen
drohen.
Im Mai 2000 hat die damalige bündnisgrüne Gesundheitsministerin Andrea
Fischer mit einem dreitägigen umfassenden Symposium zur
Fortpflanzungsmedizin, an dem alle relevanten Gruppen beteiligt waren,
eine breite öffentliche Debatte über Chancen und Risiken der
Biotechnologie in Gang gesetzt. Wir hoffen, dass dieser Prozess drei
Jahre später nicht einseitig auf die forschungs- und
wirtschaftspolitischen Interessen verengt wird.
( Pressemitteilung Nr. 0294/2003 der Bundestagsfraktion B90/Grüne )
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