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Grüne begrüßen Vorschläge der Rürup-Kommission
vom 09.04.2003

Berlin. Zu den Vorschlägen der Rürup-Kommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung erklären Krista Sager, Fraktionsvorsitzende, und Birgitt Bender, gesundheitspolitische Sprecherin:

Wir begrüßen die Vorschläge der Rürup-Kommission zur Reform des Gesundheitswesens. Ein Zwei-Stufen-Konzept, um durch Sofortmaßnahmnen kurzfristig eine Senkung der Lohnnebenkosten zu erreichen und langfristig die Finanzierungsgrundlagen der Krankenversicherung zu sichern, ist sinnvoll.

Die vorgeschlagenen kurzfristigen Maßnahmen entsprechen weitgehend den Plänen der Bundesregierung. Das vorgetragene Ziel, den durchschnittlichen Beitragssatz um 2,4 Prozent abzusenken, wird von uns mitgetragen. Die Herauslösung des Krankengeldes aus der paritätischen Finanzierung und die Steuerfinanzierung gesellschaftlicher Aufgaben hat der Kanzler in seiner Regierungserklärung bereits angekündigt. Dass gerade im Arzneimittelbereich Veränderungen vorgeschlagen werden, ist angesichts der rasanten Ausgabenentwicklung dringend erforderlich. Dabei gilt es, die Therapievielfalt zu erhalten. Die vorgeschlagenen Reformmaßnahmen werden im einzelnen auf ihre Zweckmäßigkeit, den mit ihnen möglicherweise verbundenen Verwaltungsaufwand und ihre Sozialverträglichkeit hin geprüft werden müssen.

Für sinnvoll halten wir es auch, die Reform der Finanzierungsgrundlagen nicht "übers Knie zu brechen". Die gesellschaftliche Diskussion über die Reform der Finanzierungsgrundlagen der GKV muss aber zügig und umsetzungsorientiert geführt werden. Das Bürgerversicherungsmodell hat dabei den Vorzug, schrittweise realisiert werden zu können.

Wir streben an, die einseitige Anbindung der Krankenversicherungsbeiträge an die Erwerbseinkommen zu überwinden. Wir wollen andere Einkommensarten, wie Zinsen und Mieteinnahmen, in die Beitragsbemessung einzubeziehen. Als erster Schritt hierfür wäre bei der Berechnung der Beiträge für krankenversicherte Rentnerinnen und Rentner auch andere Einkünfte als die Renteneinkommen heranzuziehen. Dies wäre angesichts der Belastungen, vor denen die jüngeren Versicherten stehen, auch ein Beitrag zur Generationengerechtigkeit.

( Pressemitteilung Nr. 222/2003 der Bundestagsfraktion B90/Grüne )

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